Eine Landwirtin in Potsdam

Zum Tag der Deutschen Einheit reist Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther mit einer kleinen Bürgerdelegation nach Potsdam – unter ihnen auch Kathrin Rehders: Die junge Bauernhofpädagogin wünscht sich mehr gesellschaftlichen Rückhalt für die Landwirtschaft.

Kiel/Norderstedt. Dieses Einheitsfest wird auf Abstand gefeiert: Der Tag der Deutschen Einheit in Potsdam findet am Sonnabend, 3. Oktober, unter Corona-Auflagen statt. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther und eine fünfköpfige Bürgerdelegation reisen dazu nach Potsdam, um am offiziellen Festakt im Filmpark Babelsberg teilzunehmen.

„Das Meer beginnt hier“ als Beitrag aus Schleswig-Holstein

Anstelle eines großen Bürgerfestes hat das Land Brandenburg eine dezentrale „Einheits-Expo“ in der Potsdamer Innenstadt organisiert, die noch bis zum 4. Oktober zu sehen ist. Schleswig-Holstein präsentiert sich dort in einem „Cube“, einem rundum verglasten Container, von seiner maritimen Seite: Unter dem Motto „Das Meer beginnt hier“ erfahren die Besucher Wissenswertes über Wissenschaft, Tourismus, Küstenschutz und Klimawandel in Schleswig-Holstein.

Trotz der besonderen Bedingungen aufgrund der Corona-Regeln gibt es ein Programm für die Bürgerdelegation – doch das ist in diesem Jahr nur halb so groß wie sonst. Fünf Frauen und Männer treffen zunächst auf Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, außerdem sind eine Begegnung mit dem Bundespräsidenten nach dem offiziellen Festakt sowie ein Empfang im Landtag geplant.

Gespannt auf den Austausch mit anderen Ehrenamtlern

Zu den ehrenamtlich aktiven Bürgern, die den Regierungschef Günther begleiten, zählt neben anderen auch Kathrin Rehders: Sie hat lange Zeit die Landjugend mitgeprägt und ist eine der Initiatorinnen der Jungen Landfrauen in Schleswig-Holstein. Auf den Ausflug nach Potsdam ist sie gespannt: „Ich freue mich auf den Austausch mit anderen Ehrenamtlern – und auf ein besonderes Miteinander“, so die Norderstedterin.

Was verbindet sie persönlich mit der deutschen Einheit? „Für mich gab es immer schon eine deutsche Einheit, ich kenne es gar nicht anders“, sagt die junge Landwirtin und Bauernhof-Pädagogin. „Ich genieße vor allem die Reisefreiheit. Wenn ich es schaffe, mir ein paar freie Tage auf meinem Bauernhof zu organisieren, genieße ich es, in ferne Länder oder auch einfach innerhalb der Europäische Union zu verreisen.“

Landwirtschaft soll wieder mehr in die Mitte der Gesellschaft rücken

Dass in diesem Jahr das 30-jährige Jubiläum der Einheit gefeiert wird, nimmt Rehders zum Anlass, auf die kommenden 30 Jahre zu blicken: „In der heutigen Gesellschaft wird es immer schwieriger, Landwirtin zu sein und einen Betrieb zuführen. Ich wünsche mir, dass die Landwirtschaft wieder mehr in die Mitte der Gesellschaft rückt!“ Auf dem Hof werde jeden Tag gearbeitet, auch an Weihnachten, so die Landfrau. „Wir kümmern uns liebevoll um unsere Tiere und erzeugen in Deutschland in der Regel sehr gute Lebensmittel. Ich zeige auf meinem Bauernhof eine kleine Welt der Landwirtschaft. Die Kinder freuen sich immer, wenn sie auf unserem Bauernhof kleine Abenteuer erleben.“

Neben Rehders reisen vier weitere Schleswig-Holsteiner nach Potsdam: Maren Hansen aus dem nordfriesischen Bredstedt ist Schwimmlehrerin für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund sowie ehrenamtliche Rettungsschwimmerin. Artur Lenhart aus Gelting bei Flensburg engagiert sich für den Verein „Kinder von Tschernobyl“, der Kindern einen vierwöchigen Erholungsurlaub in Schleswig-Holstein ermöglicht.

Edith Roppel aus Heede im Kreis Pinneberg ist Behindertenbeauftragte der Verwaltungsgemeinschaft Stadt Barmstedt/Amt Hörnerkirchen und Bewährungshelferin – und Manfred Wulf aus Klinkrade im Kreis Herzogtum Lauenburg leistet Integrationsarbeit, indem er eine Fahrradwerkstatt aufgebaut hat und Unterricht für Flüchtlinge organisiert.